Ratgeber Depressionen
Informationen für Betroffene und Angehörige
Depression: Therapie
Die Behandlung einer Depression richtet sich danach, welcher Schweregrad der Erkrankung vorliegt. Es besteht die Möglichkeit einer Psychotherapie aber auch der Therapie mit medikamentösen Mitteln. Häufig werden beide Verfahren für einen optimalen Behandlungserfolg miteinander kombiniert.
Eine der zahlreichen psychotherapeutischen Behandlungsmethoden ist die kognitive Verhaltenstherapie. Mit ihrer Hilfe soll es dem Patienten gelingen, negative Gedanken zu erkennen, zu ändern und positive Gefühle zu stärken. Dabei arbeitet der Therapeut häufig in Einzelsitzungen mit dem Patienten.
Da inzwischen bekannt ist, dass bei Depressionen Neurotransmittern eine große Rolle im Krankheitsgeschehen zukommt, wird mithilfe medikamentöser Mittel versucht, das vorhandene Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn zu normalisieren. Die dafür eingesetzten Wirkstoffe werden unter der Bezeichnung Antidepressiva zusammengefasst.
Zu den Antidepressiva zählen u. a. die sog. trizyklischen Antidepressiva. Trizyklisch werden diese Wirkstoffe deshalb genannt, weil sich ihr chemischer Aufbau in der Strukturformel durch drei Ringsysteme widerspiegelt. Trizyklische Antidepressiva hemmen die Wiederaufnahme verschiedener Botenstoffe (u. a. Serotonin und Dopamin) in die Speicher der Nervenzelle und steigern so ihre Verfügbarkeit am Neuronenspalt. Dadurch wirken sie u. a. aktivierend und stimmungsaufhellend.
Neben den trizyklischen Antidepressiva, die mehrere verschiedene Neurotransmittersysteme beeinflussen, gibt es weitere Wirkstoffe, die z. T. sehr gezielt auf bestimmte Botenstoffe einwirken. Dazu zählen beispielsweise sog. Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI). Außerdem gibt es Antidepressiva, die nicht die Wiederaufnahme behindern, sondern die die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe fördern.
Außerdem können in bestimmten Fällen auch pflanzliche Mittel wie das Johanniskraut (v. a. bei leichten Depressionen) oder eine Lichttherapie (bei sog. Winterdepressionen) in der Behandlung von depressiven Störungen Anwendung finden.
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